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Europaquartier auf dem Göttinger Holtenser Berg TOP NEWS

Verantwortlicher Autor: Uwe Hildebrandt Göttingen, 05.12.2019, 20:41 Uhr
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Vernünftige Planung ist alles
Vernünftige Planung ist alles  Bild: Stephanie Hofschlaeger / www.pixelio.de

Göttingen [ENA] Hier noch einmal die zusammengefassten „ Fakten „ der letzten Monate, so wie die Bürger sie erlebt haben und sie informiert worden sind. Auf dem Holtenser Berg, einer Wohnbausiedlung am Rande von Göttingen, sollen 600 neue Wohnungen entstehen auf einem angrenzenden Areal, wo jetzt noch Felder sind.

Es gibt aber nur eine Zufahrtstraße zum Holtenser Berg, die zudem teilweise verengt ist und über eine alte Brücke führt. Zudem zu wenig Einkaufsmöglichkeiten. Diese würde durch den zusätzlichen Verkehr unzumutbar belastet und auch nicht ausreichend, daher haben sich Bürger zusammengetan und mit Demos und einer Bürgerinitiative dafür ausgesprochen, eine zweite Zufahrtsstraße zu etablieren. Die Stadt Göttingen hat mit Gutachten versch. Alternativen ausgelotet und angeblich auch Vorschläge der Bürger berücksichtigt von der letzten Bürgerversammlung, in einer Göttinger Tageszeitung mußten die Bürger einen Tag später aber erfahren, das angeblich alles schon „ entschieden „ sei.

Die Veranstaltung sei quasi eine Phrase gewesen, was die Bürger natürlich zusätzlich auf die Palme gebracht hat. Nach einer Demo der Bürgerinitiative mit verärgerten Bürgern geschah seit Anfang September nichts mehr – bis den Bewohnern des Holtenser Berges eine Einladung der SPD Fraktion Göttingen in den Briefkasten flatterte. Darin eine Einladung ins Nachbarschaftszentrum Holtenser Berg für den 4. Dezember zwecks Besprechung von Themen, die den ansässigen Bürgern gerne besprochen hätten, natürlich auch das Thema Europaquartier.

Gestern nun war die Veranstaltung der SPD Fraktion im Nachbarschaftszentrum Holtenser Berg. Als Parteivertreter war der SPD Fraktionsvorsitzende Tom Wedrins, desweiteren Frank Peter Arndt, seit nunmehr 18 Jahren im Rat der Stadt Göttingen, derzeit Vorsitzender des Ausschusses für Kultur und Wissenschaft und Volker Grothey, SPD Fraktionsvorsitzender Ortsrat Herberhausen, erschienen. Dazu jede Menge weiterer SPD Kommunalpolitiker, unter anderem die Ortsbürgermeistern von Nikolausberg, Karola Margraf, die später noch eine interessante Rolle spielen sollte.

Traurige erste Bilanz für diese Veranstaltung: Aufgrund der schlechten Erfahrungen der letzten Veranstaltung sind gerade mal 34 Personen anwesend, davon wie gesagt einige SPD Politiker, so daß gerade mal ca. 25 Bürger anwesend waren. Herr Wedrins eröffnete die Veranstaltung und startete gleich mit dem Thema Europaquartier und die Zufahrtsmöglichkeiten. Es sei eine Chance für den Holtenser Berg, die Lebensqualität zu verbessern. Der Prozess ei noch am Beginn, es sei nichts fertig, man könne noch Einfluß nehmen, so seine Ausführungen. Man brauche in Göttingen mehr bezahlbaren Wohnraum, auch die 600 Wohneinheiten.

Er verstehe das Problem mit nur einer Zufahrt und dem anstehenden Verkehrsproblem. Herr Arndt ergänzte das mit den Grünen ein Unterausschuss gebildet werden solle weil auf dem Holtenser Berg kein Ortsrat bestehe. Dies diene dann als sogenannte Infostelle für den Bürger, es sei aber kein Entscheidungsgremium. Herr Grothey führte aus, das Herr Masur von der Verkehrsplanung Hannover ja versch. Gutachten von 2016 vorgelegt habe, aber zu den Problematiken Unfälle usw. keine entsprechenden Antworten parat hatte. Die SPD werde jedoch von dieser Veranstaltung mitnehmen, das die Europaallee schon jetzt überlastet ist. Die Verwaltung und wir müssen Ideen / Vorschläge machen.

Herr Wedrins ergriff wieder das Wort und betonte nochmal, ein fertiger Bebauungsplan läge nicht vor, wieviel Wohneinheiten, Einfamilienhäuser, Mehrfamilienhäuser usw. Erst wenn das feststehen würde, kann ein Mobilitätskonzept entwickelt werden. Dann soll überlegt werden, ob das Nadelöhr Europaallee ausreichen wird. So wie sich das jetzt darstellt, kann es nicht funktionieren. Stand heute ist, das die Zahlen des Gutachters beleuchtet wurden. Die 2. Zufahrt koste viel Geld. Daraufhin ein Zwischenruf eines Bürgers, das das wohl kein Argument sein könne und nicht akzeptiert werden könne. Beifall der anwesenden Bürger. Klar sei: Das Problem muß gelöst werden. Das habe nicht nur mit Geld zu tun.

Jetzt kommt Frau Margraf ins Spiel, die OB Nikolausberg und natürlich in der SPD. Bevor ich auf Sie eingehe muß noch gesagt werden, das ich als Erster die Frage an die SPD gestellt hatte, das Herr Wedrins und Co. Ja nun viel drumherum geredet haben aber Herr Wedrins doch nun mal sagen soll: Ist die SPD für oder gegen eine 2. Zufahrtstrasse ? Diese Frage wurde aufgenommen zur späteren Beantwortung, die Antworten lesen Sie oben. Wie gesagt, nun ergriff Frau Margraf das Wort. Sie verteidigte vehement in einer minutenlangen Rede, das nur 1 Zufahrt existieren soll, „ schließlich haben sich die Bürger auf dem Nikolausberg auch so entschieden und seien glücklich damit „, so Ihre Worte.

Weiter argumentiert Sie: Es besteht die Gefahr, das das Ganze zu einer Durchfahrtstrasse wird, wenn eine 2. Zufahrtstrasse entsteht. Interessant ist deshalb dieser Beitrag, weil sich auf dem Holtenser Berg ja die Bürger schon KLAR und alternativlos für eine 2. Zufahrtsstrasse entschieden haben, deshalb existiert ja auch die Bürgerinitiative dafür und wurde eine Demo dafür gemacht, abgesehen redet Sie nicht davon das die Bevölkerungsstruktur auf dem Nikolausberg eine ganz andere ist als auf dem Holtenser Berg, der Nikolausberg zählt wie Geismar zu den Ortsteilen, wo die reichere Bevölkerungsschicht wohnt.

Die Frage die sich hier stellt von mir und anwesenden Bürgern: Was hat die OB aus Nikolausberg bei einer Veranstaltung wie dieser, bei der es rein um den Holtenser Berg geht, eigentlich verloren ? Welcher Bürger geht zu einer Ortsratsveranstaltung in einem anderen Stadtteil von Göttingen ? Keiner, denn das ist gar nicht interessant. Aber vielleicht spielen hier auch SPD Interessen mit hinein, die die SPD Fraktion offen gar nicht mitgeteilt hat. Zustimmung fand Sie jedenfalls nicht von einem Bürger, dafür einige Gegenreden. So erklärte ein Bürger erst einmal Frau Margraf, das es das Durchfahrtsproblem gar nicht geben würde da man mit einfachen Mitteln wie Schildern die Durchfahrt einschränken oder verbieten könne.

Unter anderem wurden weitere Lösungsmöglichkeiten für weitere Zufahrtsmöglichkeiten kundgetan, die noch gar nicht berücksichtigt worden waren. Herr Masur hatte lediglich über die Möglichkeiten Königsbühl, Richtung Holtensen Lenglerner Strasse oder das Feld westlicher Bereich gesprochen. Eine Bombe platzte dann, als ein engagierter Bürger, der sich bis dato schon mehrfach mit Fragen eingebracht hatte, mit der Nachricht herauskam, das die den Bürgern als bereit sicher genutzte Baustrasse, die ja verhindern soll, das Schmutz und Lärm über die einzige Zufahrt verbreitet wird, noch gar nicht genehmigt sei, so angeblich die CDU Fraktion Holtensen.

Schlimmer noch: Es sei eine Privatstrasse und der Besitzer wolle diese gar nicht verkaufen oder zur Nutzung freigeben. Herr Wedrins erklärte, das die Gutachten aus 2016 seien und in jedem Fall noch einmal ein neues erforderlich sei, die SPD werde durch einen Antrag zur Zeit dazu beitragen. Herr Arndt lobte die Bürger, es seien kluge Anregungen heute gefallen, die natürlich berücksichtigt werden und mit in die nächsten Ausschusssitzungen einfliessen. Zu der Frage eines Bürgers, wer denn den Unterausschuss bestimmt, Herr Arndt: Die Stadt / Verwaltung wird zu gegebener Zeit die betroffenen Bürger benachrichtigen. Die Bürger bestimmen und entsenden die Unterausschussmitglieder. Keiner bestimme einfach die Zusammensetzung.

Herr Wedrins schloss die Veranstaltung Punkt 18.30 Uhr. Was fällt nun in diesem Bericht auf: Kein SPD Mitglied hat sich klar für die 2. Zufahrtstrasse positioniert, das übliche Rumeiern und: Wir müssen noch… wir brauchen noch … wir machen noch… Das KLARE Begehren der Bürger auf eine 2. Zufahrtstrasse wurde gehört, aufgenommen, aber nicht angenommen. Stattdessen versucht man mit einer „ SPD Führungskraft „ die Bürger umzustimmen, was natürlich zwecklos war und ein Schuss war, der nach hinten losgegangen ist. Abgesehen davon mußte man wirklich den Eindruck bekommen, bei der Eingangsrede von Herrn Wedrins, das die SPD Fraktion bis dato überhaupt keine Ahnung von dem ganzen bisherigen Ablauf hatte.

Aussagen wie: Wir wollen heute Ihre Ansichten hören und aufgreifen, Ideen mitnehmen… die hatte man schon mehrfach kundgetan, offensichtlich war die SPD da noch woanders. Das ECHTE Interesse zeigt sich auch das trotz Einladung bei der letzten Demo KEIN SPD Vertreter dabei war. Und zum Schluss sei noch gesagt: Was auf der Einladungskarte stand, von wegen Probleme, Anliegen, Entwicklungsmöglichkeiten zum Stadtteil mitteilen können, Europaquartier sei nur EIN Thema. Es war das EINZIGE Thema, keine Möglichkeiten bestanden für die Bürger, andere Themen anzubringen, obwohl es auf dem Holtenser Berg einige mehr gibt.

Dafür konnte ich ein Gespräch von 2 mir bekannten Personen mithören, in dem die Rede davon gewesen ist, das eigentlich gar nicht geplant war, mit allen zu reden, dann aber sei diese Einladungskarte " flächendeckend " in die Briefkästen verteilt worden. Wie gesagt, habe ich gehört.

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